Freitag, 16. März 2012

Oh, wie schön ist Tomégbé...

Die Trockenzeit neigt sich dem Ende zu und seit drei Wochen regnet es wieder regelmäßig in Tomégbé. Zunächst ziehen am Nachmittag bloß ein paar Wölkchen auf, dann verdunkelt sich auf einen Schlag der Himmel, die Luft wird kühl und ein Wind zieht auf – es herrscht Weltuntergangsstimmung, die Ruhe vor dem Sturm. „Tsi le dzadza gé“ - Es wird regnen. Dann fängt es auch bald schon an. Es ist ein mächtiger Regen, die Tropfen prasseln auf das Wellblechdach, so dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Ich schließe die Fensterläden, setzte mich auf die Terrasse und schaue den dicken Tropfen zu. Zwischendurch muss der Strom ausfallen, sonst ist es kein ernstzunehmender Regenguss. Meist ist das Spektakel nach einer halben Stunde vorbei. Die Luft ist feucht und frisch und die Landschaft klar. Vorbei die eisigen Nächte des Harmattans, vorbei die trockene Hitze der Nachmittage, vorbei das tägliche Wasser holen am Fluss. Die Schüler lassen ihre Jacken und Pullis daheim und schwitzen dafür vormittags in den Klassenzimmern. Unser Garten füllt sich mit bunten Blumen, Bananen und Ananas wachsen wieder und wir haben einen neuen Gast: ein Chamäleon sitzt auf einem grünen Zweig in der Sonne. Seit einer Woche verweilt es dort, manchmal dreht es sich auf die andere Seite und wenn man es bisschen mit einem Stock reizt, wird es schwarz gefleckt wie ein kleiner Leopard. Mangobäume säumen meinen Schulweg und nun beginnen auch endlich kleine grüne Mangos daran zu wachsen.

Die Zeit vergeht nun wie im Fluge. Ehe man sich versieht, ist auch schon das zweite Trimester vorbei. Die Composition steht nächste Woche vor der Tür. Die Noten versprechen aber besser zu werden als im ersten Trimester; ich gebe inzwischen mündliche Noten und habe zwei Kurztests geschrieben, die sehr gut ausgefallen sind. Ansonsten sitzen Jonas und ich nach wie vor in der Bibliothek, vor allem so kurz vor den Vergleichsarbeiten, und machen Aufgaben mit den SchülerInnen. Das letzte Trimester endet bereits im Mai.
Neuerdings sind Jonas und ich auf den Geschmack gekommen, die umliegenden Dörfer von Tomégbé zu erkunden und haben eine Rundtour auf dem Taxi-Moto gemacht: Über Apeyeyeme, die Kouma-Dörfer und Kouma-Konda (wo es köstlichen Kaffee und Ananasmarmelade zu kaufen gibt) wieder zurück nach Tomégbé. Manchmal vergesse ich, wie atemberaubend schön die Landschaft um mich herum ist. Wenn ich auf dem Moto sitze und sich vor mir die grünen Berge in unendlicher Weite erstrecken, fällt es mir wieder auf, und ich denke: Oh, wie schön ist Tomégbé!

Mehr gibt es fürs Erste auch nicht zu berichten, nach der Composition sind Osterferien und ich fahre mit Simon für eine Woche in den Benin. Reisebericht wird natürlich erstattet!

Seid alle lieb gegrüßt,

die Tomégbélerin.


P.S. Neue Fotos von der Reise mit meiner Schwester und dem Chamäleon gibt es wie stets auf pixxolo.de!



Freitag, 13. Januar 2012

Kulturschock, der zweite

Schon wieder ist ein Monat vorbei, ebenso wie Weihnachten und meine 12-tägige Ghanareise. Und, ich warne schon mal vor, der Bericht ist länger als alle vorherigen.
Also auf Anfang.


Der 24. wird in Togo nicht großartig gefeiert, überhaupt ist Weihnachten laut Papa Kodzo eher „ein Fest für Kinder“. Daher haben meine drei Ghana-Mitreisenden und ich beschlossen, am 24. zu den Wasserfällen von Tomégbé zu wandern und dort den Tag zu verbringen. Da Simon und ich uns den Weg notiert hatten, hofften wir, die Wasserfälle auch ohne Guide wiederzufinden. Die erste Stunde lang hat das auch gut funktioniert, wir sind „beim Beignetstand links“, dann „beim großen Baum halblinks“ und „am Kakaomann vorbei“. Auf dem Weg haben wir etliche Bauern getroffen, die uns unbedingt begleiten wollten und immer wieder besorgt fragten, ob wir denn den Weg kennen würden. Wir versuchten es weiterhin auf eigene Faust. Kurz nach dem Kakaomann haben wir uns dann doch erfolgreich verlaufen und sind an ein paar Kreuzungen mehrmals vorbeigekommen. Schließlich haben wir unser Ziel erreicht, ausgiebig im Becken gebadet und dann unser Weihnachtspicknick genossen: Bananen, Orangen und Papaya zusammen mit aus Deutschland importierten Spekulatius von Mama und einem Plastikweihnachtsbaum von Simons Papa – So richtig vorstellen, dass unsere Familien in Deutschland gerade Weihnachten feiern, konnte sich keiner von uns, es war dennoch ein schöner Ausflug. Abends bin ich dann mit meiner Familie in die Kirche, wo der Chor ganz in weiß gekleidet einen Tanz aufgeführt hat und die Kinder Psalmen aufsagten – leider ist während der Messe drei Mal der Strom ausgefallen. Die ganze Kirche war mit Palmwedeln und Kitschkrusch geschmückt und sogar einen Weihnachtsbaum war aufgestellt worden; keine Tanne zwar, aber immerhin. Am nächsten Tag gab es Fufu mit leckerem Hähnchen und nachmittags haben Selia, die mit uns Weihnachten verbracht hat, und ich uns noch ein paar Bissap-Säfte gegönnt. So ist Weihnachten völlig unspektakulär vorübergegangen, was auch mal ganz schön war, ohne das übliche Durch-die-Geschäfte-hetzen und Jedem-ein-Geschenk-kaufen-müssen. Am nächsten Tag, dem 26.12., ging es auch schon los nach Ghana.


Hinfahrt.
Von Kpalimé geht es ab nach Lomé und dann über die Grenze nach Ghana.
Der vor einem kleinen Grenzposten sitzende, lässig auf seinem Stuhl wippende togoische Grenzbeamte lässt uns ein Formular ausfüllen, sieht sich jeden von uns genau an – unsere Reisetruppe besteht aus drei Frauen und einem Mann – und fragt Simon dann, ob er eine von seinen Frauen abhaben kann. Simon lacht und nach weiterer eingehender Beobachtung entscheidet der Grenzbeamte, dass ich als Ehefrau am ehesten in Frage komme. In einer gewohnt togoischen Langsamkeit, überfliegt er unsere Formulare, stempelt unsere Reisepässe, lacht und lässt uns auf die ghanaische Seite. Also ab zur „Immigration Office“ - das Spielchen mit dem Formular noch einmal, in der Office sitzen vier uniformierte Beamte hinter PCs und Webcams. Wir sollen doch bitte den Sicherheitsabstand wahren. Die Ventilatoren surren und die Klimaanlage kühlt das Büro runter auf gefühlte 20°C (oder: nach meinen momentanen Temperaturvorstellungen - sehr kalt!). Nachdem unsere Formulare dreimal überprüft wurden, jeder von uns mit der Webcam fotografiert wurde und die Grenzbeamten uns angeschnauzt haben, dass wir außer der Telefonnummer gefälligst noch einen Straßennamen angeben sollen, dürfen wir aus dem klimatisierten Büro mit frischen Stempeln im Reisepass wieder raus auf die Straße – nicht, dass es hier unstressiger werden würde: Überall grapschen Taxifahrer nach den Yovos: „'ccra, 'ccra! Nice, small car! 20 Cedis!“ Wie von einer Freiwilligen empfohlen, gehen wir ein Stück weiter, bis sich das Gedränge auflöst und wir in Ruhe einen kleinen Bus finden, der uns für weitaus weniger Geld nach Accra kutschiert.
Dass in Ghana die Busse nicht „vollgemacht“ werden wie in Togo, bedeutet, dass jeder seinen eigenen Platz hat und in einem PKW statt der in Togo üblichen sieben nur vier Leute plus Fahrer sitzen dürfen. Unser Bus ist äußerst komfortabel mit Klimaanlage ausgestattet, ja, sogar das Tacho funktioniert – und das ist nur der Beginn des kleinen Kulturschocks.


Accra.
Die sechsspurige Stadtautobahn, die nach Accra führt, lässt erahnen, was uns in Accra erwartet: Riesige Bankgebäude, Fastfood-Ketten wie KFC und Pizza Hut, die Allianz-Versicherung und Billabong, Bürgersteige, Straßenlaternen, Müllabfuhr, Unterführungen, Taxis, überall Taxis (-in Ghana gibt es keine Motos-), Buslinien und, vor allem, geregelter Verkehr! Ampeln mit grünen und roten Männchen, darunter eine Sekundenanzeige: 10 Sekunden Zeit wird den Fußgängern gegeben, um die Straße zu überqueren – nix für Omis. Und im Gegensatz zu Lomé bleibt hier auch wirklich jedes Auto vor einer roten Ampel stehen. So ungefähr muss es sich anfühlen, wieder zurück nach Europa zu kommen. Die vier Freiwilligen aus Togo sind ein bisschen überfordert. Lustigerweise haben drei von uns in jener Nacht denselben Traum: Wir sind wieder zurück in Deutschland und fühlen uns fremd in einer Welt, die eigentlich die Unsrige ist. Und Accra ist ein kleiner Vorgeschmack auf unseren Rückkehrschock.

Am nächsten Morgen geht es los mit Sightseeing. Vormittags fahren wir zum Markt. Er lässt unsere Münder genauso offen stehen wie die sechsspurige Autobahn: Ein unbeschreibliches Gewusel an Marktfrauen mit Strohhüten, die alles und nichts verkaufen, die einem Riesenschnecken vors Gesicht halten, Frauen mit Metallschüsseln auf ihren Köpfen (oftmals mehrere übereinander gestapelt), Männer, die Dir Schuhe andrehen wollen oder Dich heiraten, alles, alles, denn hier sprüht die Lebendigkeit Funken. Wir trauen uns in eines der mehrstöckigen Häuser für Großhändler. Riesige Lagerbestände an Ohrringen, Waschmitteln, Nagellack, und wir mittendrin. Quetschen uns durch die engen Gänge, durch das Gedränge, immer weiter die Treppe hinauf, bis wir schließlich ganz oben angekommen sind und das Gewimmel unter uns überblicken können. Wieder unten angekommen gehen wir ins Stoffhaus. Es kommt mir vor wie in einer riesigen Fabrik – schwül und stickig, überall sitzen Näherinnen, ihnen gegenüber ein kleines Stoffsortiment. Auch hier ist alles für Großhändler bestimmt, unter 12 Yards Stofflänge bekommt man nichts. Nach einem müden Verhandlungsversuch mit einer der Näherinnen geben wir schließlich auf und verschwinden von dem Stoffhaus und dem Markt, raus aus dem Gewusel.
Zwei Straßen weiter gibt uns die Armut die Hand und führt uns herum. Heruntergekommene Häuser, die Kloake modert in der Straßenrinne, nebenan sitzt eine Waschfrau vor riesigen Wäschebergen. Die Jungen auf dem Fußballplatz stürzen sich erst auf uns und verlangen Geld, dann auf das Essen, das ihnen eine der Freiwilligen schenkt. Ich fühle mich wie in einem Klischeedokumentarfilm über das „arme Afrika“. Hallo, zweites Extrem.
Später geht es ab nach Jamestown, ein Viertel, das mir „heimisch“, vorkommt. Ein ruhiges Viertel, kleine Boutiquen, Straßenstände, Bars mit Plastikstühlen, Cola und Fernsehen – hier fühlen wie uns wohl, es erinnert uns an Togo. Wir schlendern durch die Straßen, entdecken eine Kirche und gehen hinein. Drinnen findet eine Gospel-Chorprobe statt. Wir lauschen ein wenig der Musik und genießen die Atmosphäre.
Wir bequatschen in einer kleinen Bar in Jamestown unser Abendprogramm und beschließen, in der Accra Mall ins Kino zu gehen.

Die Mall überfordert uns wieder, wie so Vieles in dieser Stadt. Man betritt das riesige Gebäude und friert – Klimaanlagen als Zeichen für Wohlstand. Überall Läden von namenhaften Firmen, Hüpfburgen und Karussells für die Kinder, ein Food-Court mit Pizzas und Croissants und allem was der Magen begehrt, ein Internetcafé, ein Buchladen und eben ein Kino. Wir entscheiden uns für einen ghanaischen Film. Der Kinosaal ist quasi leer. Die Ghanaer gehen lieber in die amerikanischen Filme. Unser Film: „Losing You“. Wie nach amerikanischem Vorbild wird die Welt der Reichen und Schönen gezeigt: Ghanaerinnen in Minikleidchen, mehrere Autos in der Einfahrt, im Zimmer steht im Hintergrund der Laptop neben dem Fernseher neben der Klimaanlage. Die Kinder haben in jeder Szene ein neues Kuscheltier. Der Film vermittelt, dass die Kinder lieber Eis essen sollen und sich amüsieren als zur Schule gehen. Dennoch ist der Film erstens sehr amüsant und zweitens sehr aufschlussreich.
Es gibt sie eben beide in Accra, die Extrema. Es gibt die GhanaerInnen, die es sich leisten können, in der Mall einzukaufen, die bei KFC schnell Essen gehen und daheim auf jeden Fall eine Klimaanlage stehen haben. Und es gibt die Slums am Strand, die hungrigen Kinder, die Elektroschrotthändler.

Accra. Megastadt der Kontraste. Ich war nur zwei Tage dort und danach platzte mein Kopf beinahe an Eindrücken. Auch Euch kann ich nur einen Ausschnitt davon vermitteln. Mein Gedanke zum Abschluss: Accra ist alles und noch mehr. Und Accra ist nichts und noch weniger.
Accra ist eben beides.


Weiter nach Cape Coast und Kakum National Park.
In Cape Coast angekommen, finden wir schnell eine Bleibe direkt am Strand. Wir ziehen los und erkunden die Stadt. Sie ist eine eigenartige Mischung aus Touristenort und heruntergekommener, ärmlicher Kleinstadt. Am Strand lungern Rastas, die entweder Selbstgemaltes oder Selbstangebautes verkaufen. Wir fahren in den Kakum National Park, der berühmt ist für seine Hängebrücken über dem üppigen Grün. Es ist ein unglaubliches Gefühl, 60m über dem Boden zu schwanken und unter einem der Regenwald. Die Höhe wird einem nicht wirklich bewusst, denn die Bäume lassen selten einen Blick bis auf den Boden zu. Tiere allerdings gibt es keine zu sehen, da sie sich von Besucherpfaden fernhalten. Zwei Tage noch entspannen wir am Strand, dann geht es weiter nach Kumasi.


Kumasi.
In Kumasi soll sich angeblich der größte Markt Westafrikas befinden. Das ist jedoch eine Fehlannahme, denn Kumasi ist der Markt. Die ganze Stadt besteht aus Markt, mal aus weniger, mal mehr Ständen, und „mehr Markt“ erkennt man daran, dass man sich gedrängt und gequetscht fühlt wie auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt. Ich bin mir sicher, würde man lange genug suchen, fände man auch Glühwein hier. Doch Markt bedeutet auch immer, dass es anstrengend ist. Vor allem als Yovo, oder besser gesagt „obloni“ auf Twi. Jeder will die besten Schuhe, die tollsten Jacken und die besten Tomaten an Dich verkaufen. Und natürlich zu einem „good price, good price“. Wir laufen durch die Kleiderabteilung. Hier ist also das Zeug gelandet, dass die Menschen an Weihnachten säckeweise in die Altkleidercontainer werfen – inklusive Wollmützen und Wintermänteln, die in Kumasi kaum gebraucht, aber dennoch von der Jugend als Modeaccessoires getragen werden.


Ho.
Nach dem größten Markt Westafrikas fahren wir in ruhigere Gefilde. Ho, eine Stadt nahe des Volta-Sees, ist unsere nächste und letzte Station. An einem Tag besteigen wir den Mt Adaklu, von dem aus man vielleicht den Volta-See sehen könnte, wenn nicht Harmattan wäre und alles voller Staub.
Am anderen Tag fahren wir nach Akosombo, der Stadt am Staudamm. Ein Taxifahrer will uns für 40 Cedis zum Staudamm fahren. Wir lachen und lehnen ab. Viel zu teuer! Lieber suchen wir uns ein kleines Boot (Pirogue) und tuckern damit über den See. Nach kurzer Zeit finden wir auch einen Fischer, der uns mit raus nimmt. Die Landschaft um den See ist atemberaubend schön. Nach dem Ausflug verlangt der Fischer „so viel, wie wir für richtig halten“ und wünscht uns einen schönen Tag.



Heimreise.
Nach 12 Tagen ist meine Reise ins „europäische“ Ghana (Zitat meines Schulleiters in Tomégbé) auch schon wieder vorbei. Ich bin an der Busstation und will zurück nach Kpalimé, meine Reisegesellin der letzten Tage fährt Richtung Lomé. Ich finde ziemlich schnell einen Fahrer und ab geht’s, heimwärts. In einem kleinen Dorf in Ghana bleibt der Fahrer stehen. „Wir sind da“, sagt er. Ich sehe mich um. Nein, das ist nicht Kpalimé. „Doch“, sagt er und zeigt auf das Schild, das rechts am Straßenrand steht: Kpalimé-Toh. Ich fühle mich wie Herr Taschenbier in „Das Sams“, als er unpräzise Wünsche formuliert und dadurch ein Zimmer voll Eisbrocken hat, anstatt einen Becher mit Speiseeis. „Nicht Kpalimé, Ghana. Kpalimé, Togo!“ Der Fahrer lacht laut auf und bringt mich zum nächstgrößeren Busbahnhof, auf dem jeder nach ca. 10 min weiß, dass der Yovo sich „verfahren“ hat – in der Voltaregion wird übrigens wieder Ewe gesprochen. Eine abenteuerliche Busfahrt, eine lange Verhandlung mit einem Moto-Fahrer, einen Grenzübergang und einige Stunden später bin ich wieder daheim in Kpalimé, Togo und eine halbe Stunde später in Agomé-Tomégbé, Togo (nebenbei: Es gibt noch Agou-T., Badou-T., Agomé-Yoh und einige weitere ähnlich klingende Dörfer).


Tu préfères le Togo ou bien le Ghana? (Gefällt Dir Togo oder Ghana besser?)
Diese Frage wurde mir neben dem obligatorischen „Was hast du mir mitgebracht“ oft gestellt. Und oft habe ich mit Togo geantwortet, einfach, weil ich mich, sobald ich in Togo war, wieder daheim gefühlt habe. Die Menschen in Tomégbé, mit denen ich die Frage diskutiert habe, haben alle mit Ghana geantwortet – selbst wenn sie noch nie dort waren. Klar, in Ghana ist das Geld. Ghanas politische und wirtschaftliche Stabilität macht vieles einfacher, hinzu kommt die millionenschwere Entwicklungshilfe, die vor allem von Großbritannien ausgezahlt wird. Eigentlich ist es unfair zu behaupten, dass Ghana „wie Europa“ sei – auch das habe ich hier schon mehrfach vernommen. Als käme erst Europa, dann Ghana, sozusagen als Zwischenstufe, dann das „arme“ Togo. Als könnte es kein modernes Afrika geben. Viel zu oft, wenn ich ein Fastfood-Restaurant oder ein imposantes Gebäude in Accra gesehen habe, dachte auch ich: Wie in Europa!
Aber Afrika ist eben nicht nur Hunger, Armut und Entwicklungshilfe, wie so oft und so gerne von den Medien dargestellt wird. Afrika kann auch Wohlstand, Konsum und Tourismusmagnet sein, wieso nicht? Auch Togo arbeitet sich Stück für Stück voran, auch wenn viele Togoer, mit denen ich sprach, resigniert wirken. Im Dezember wurde für zwei Tage nationaler Lehrerstreik ausgerufen – nahezu alle Lehrer sind daheim geblieben. Sie fordern höhere und gerechtere Löhne. Zwei Lehrer, beide mit einem Bachelor-Abschluss, verdienen gleichviel. Der eine arbeitet 20h die Woche, der andere 6h die Woche. Bisher brachte der Streik kein Resultat, doch ein zweiter im Januar ist bereits geplant. Wichtig ist doch, dass etwas geschieht. Und dass der togoische Präsident Faure nicht noch eine Villa mit Hubschrauberlandeplatz von Steuergeldern baut, sondern endlich die Löhne und das Kindergeld anhebt (es beträgt momentan 2000F, ca. 3€ pro Monat). Bis ich in Togo denken werde: „wie in Europa“ oder „wie in Ghana“ ist es sicher noch ein weiter Weg. Aber es geht voran, molo, molo (langsam, langsam).

So, nun ist aber Schluss!
Fotos gibt’s wie immer auf pixxolo.de!


Auf bald,
wie immer freue ich mich auf Resonanz, welcher Art auch immer,
und nachträglich wünsche ich Euch ein frohes neues Jahr!


Claudia Aku.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Balanka, da spricht man Balanka!

So, hier nun der versprochene Reisebericht. Ich werde auch wieder versuchen, Fotos auf pixxolo.de hochzuladen. Los geht’s!

Letzten Donnerstag Mittag sind zwei andere Freiwillige und ich in das nördlich gelgene Balanka aufgebrochen. Reisen funktioniert in Togo wie folgt: Man geht zu einem Busbahnhof oder einem Ort, von dem bekannt ist, dass dort die Autos nach Atakpamé oder wo auch immer man hinwill losfahren, fragt sich durch und sitzt wenig später in einem Auto oder einem Bus. Was nicht heißt, dass dieser bald losfährt. Übliche Belegung eines Autos: hinten vier, vorne drei bis vier Personen plus Fahrer. Also sitzen wir erstmal eine Weile in unserem halbvollen Bus und warten, bis dieser sich füllt. Etwa zwei Stunden und zwei Fanmilk-Eis später geht es endlich los Richtung Atakpamé. Der Straße von Kpalimé nach Atakpamé wird nachgesagt, die schlechteste ganz Togos zu sein. Wir werden nicht enttäuscht: Die „Straße“ ist eher eine Anreihung von Schlaglöchern mit bisschen Teer dazwischen und wir werden kräftig durchgeschüttelt. Dreieinhalb Stunden später sind wir 140km weiter und in Atakpamé angekommen. Wir beschließen dort die Nacht zu verbringen und uns die Stadt anzuschauen. Atakpamé ist zwar großer als Kpalimé, erscheint aber viel ruhiger und weitläufiger. Natürlich spielt sich auch hier der Großteil des Lebens auf der Straße ab: Überall gibt es kleine Straßenstände, Boutiquen mit einem Fernseher, vor denen sich Menschen versammeln, Motos, die einen mitnehmen wollen. Nichtsdestotrotz erscheint Atakpamé weniger hektisch als Kpalimé.
Am nächsten Morgen organisieren wir uns am Straßenrand ein kleines Frühstück und finden auch sofort einen Fahrer, der uns bis nach Sokodé mitnimmt. Auf der Fahrt steigen immer wieder Leute ein und aus, mal sind wir zu viert, mal zu acht im Auto. Die Straße ist um Längen besser und es geht schneller voran, bis unser Auto eine Panne hat und wir in ein anderes umsteigen müssen. Im zweiten Auto sitzt vorne ein Polizist mit einem Gefangenen, was ich erst am Ende unserer fündstündigen Fahrt entdecke, da wir in Sokodé noch kurz am Gefängnis halten und ich da erst bemerke, dass der Mann Handschellen trägt. Von Sokodé geht es dann weiter nach Balanka. Zwei Stunden später kommen wir endlich, endlich in Balanka an und werden gleich von den Kindern begrüßt: Yofo, Yofo! Aus dem Yovo ist hier der Yofo geworden und aus Ewe plötzlich Balanka, das nur in Balanka gesprochen wird.
Die nächsten zwei Tage verbringen wir zusammen mit den beiden Balanka-Freiwilligen. Wir schauen uns die riesige, zweistöckige Bibliothek an (zweistöckige Gebäude sieht man ansonsten eher selten), genießen auf deren Dach den Sonnenuntergang und verbringen einfach viel Zeit mit Erzählen. Balanka ist um einiges größer als Tomégbé, dennoch ein Dorf. Ein Dorf mit sechs Moscheen, drei Schulen und einer schönen Atmosphäre. Die Männer sitzen abends vor den Moscheen und quatschen, am Straßenrand werden nach Tofu schmeckender Käse und gefrorene Säfte verkauft und abends kann man nicht schlafen, weil die Kinderdisko gleich nebenan ist und bis zwei Uhr morgens gefeiert wird. Außer der Bibliothek und einigen Generator betriebenen Häusern gibt es keinen Strom, daher ist die Kinderdisko eine der wenigen Beschäftigungsmöglichkeiten. Des Nachts auf der Toilette mache ich meine erste Bekanntschaft mit togoischen Kakerlaken und werde mich wohl eher nicht mit ihnen anfreunden. Da sind mir die kleinen Geckos, die ab und an durch mein Zimmer huschen, schon deutlich lieber. Nach zwei Tagen ist unser Ausflug nach Balanka auch schon wieder vorbei, ich bin inzwischen krank geworden und fahre mit einer Mittelohrentzündung und einer Wassermelone im Gepäck zurück nach Tomégbé. Tatsächlich habe ich, als ich wieder in bei meiner Gastfamilie bin, ein richtiges Nach-Hause-Kommen-Gefühl und freue mich, meinen Gasteltern alles zu erzählen und mit meiner Gastschwester herumzualbern. Am nächsten Tag routiert man schon wieder in Routine. Und da ich Euch noch gar nichts von meinem Alltag hier erzählt habe, obwohl ich schon seit zwei Monaten in meiner Gastfamilie bin, kommt das jetzt.


Hallo, Alltag!
Morgens stehe ich um 5:30 auf und mache mich fertig für die Schule. Zum Frühstück bekomme ich ein Weißbrot mit Margarine oder Käse oder frittierte Teigbällchen (Beignés), nach dem Frühstück gehe ich meistens nochmal die anstehenden Unterrichtsstunden durch. Um 6:30 treffe ich mich mit meinem Einsatzstellenpartner vor meinem Haustor und wir gehen gemeinsam den steilen Weg zur Schule hinauf. Meinstens kommen wir an, wenn der Morgenappell (Fahne hissen und Hymne singen) schon vorbei ist, verharren noch einige Minuten im Lehrerzimmer und begrüßen die anderen Lehrer, bevor wir in unsere Klassen gehen.
Seit Ende Oktober habe ich die 4ème und die 3ème (9. und 10. Klasse) in Mathe übernommen. Ich halte den Unterricht eigenständig, allerdings sitzt mein Vertrauenslehrer noch hinten drin und schläft meistens. Pro Tag halte ich höchstens zwei Stunden, insgesamt acht Stunden die Woche, die restliche Zeit sitze ich entweder im Lehrerzimmer oder in der Bibliothek. Zu Beginn jeder Stunde kontolliere und bespreche ich die Hausaufgaben, beginne dann mit dem neuen Thema und mache zum Schluss einige Übungen. Oftmals ist es bei 70 Schülern in der Klasse schwer festzustellen, ob wirklich alle das Thema verstanden haben. Aber nachdem ich zum gefühlten hundertsten Mal meinen beiden Klassen erklärt habe, dass sie ruhig Fragen stellen sollen, trauen sich immerhin einige zuzugegeben, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Und meistens reicht es einfach, die Aufgabe nochmal in Ruhe und Schritt für Schritt zu erklären. Eine weitere Schwierigkeit war, dass meine Schüler nicht gewöhnt waren, eigenständig Aufgaben zu lösen. Normalerweise werden ein paar Aufgaben angeschrieben und einer der siebzig Schüler kommt nach vorne an die Tafel und rechnet die Aufgabe vor. Wenn er es falsch macht, schickt man eben den nächsten vor oder lässt ihn so lange vorne stehen, bis ihm die Klassenkameraden die Lösung einsagen. Inzwischen habe ich es geschafft, dass jeder Schüler die Aufgabe erstmal eigenständig zu lösen versucht, bevor wir sie gemeinsam besprechen. Während der Stillarbeit laufe ich durch die Reihen und kann die eine oder andere Unklarheit direkt mit den einzelnen Schülern beseitigen. Das kostet zwar mehr Zeit, aber immerhin versucht sich jeder alleine an der Aufgabe und sieht, wo der Fehler lag.
Es klappt also ganz gut mit den beiden Klassen und es macht spornt mich an zu sehen, wie motiviert die Schüler sind, wenn sie etwas verstanden haben. Mein einziges Problem ist und bleibt das Namen lernen. Dadurch, dass die Schüler oftmals nach den Wochentagen benannt sind, wiederholen sich viele Namen und aus irgendeinem Grund fangen 90% der Nachnamen mit A an. Die Namen der Störenfriede und Dauermelder hat man natürlich schneller im Kopf als die der Stilleren. Inwzischen habe ich mir einen Sitzplan erstellt und angefangen, die Namen richtig zu lernen.
Nach meiner Schulstunde oder zwischen den Stunden hänge ich im Lehrerzimmer herum, korrigiere Tests oder diskutiere mit den Lehrern über Politik, Religion oder die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem togoischen Schulsystem. In der großen Pause um 9:45 ist Lehrerkonferenz, in der man sich etwas Warmes zu essen holen oder vom Schüler bringen lassen kann – ich hole mir mein Essen im Gegensatz zu den anderen Lehrern noch immer selber. Etwa um zwölf, manchmal auch früher gehe ich nach Hause, wo meine Gastmama meistens schon das Mittagessen zubereitet. Nach dem Essen gehe ich entweder wieder in die Schule zur Wiederholungstunde für die 3ème (mittwochs) oder in die Bibliothek (donnerstags) oder ich fahre nach Kpalimé (freitags). Dienstags ist nachmittags Devoir Surveillée (Klassenarbeit) in allen Klassen und manchmal bin ich zur Aufsicht eingeteilt. Ich genieße regelrecht, dass nach dreizehn Jahren Schule meine Rolle gewechselt hat und ich jetzt bei den Klassenarbeiten streng gucken und blöde Sätze wie „Noch einmal und ich nehme dir das Blatt weg“ oder „Das ist keine Partnerarbeit, jeder arbeitet für sich!“ sagen darf. Meistens jedoch beschränke ich mich auf den bösen Blick, weil meine letzte Klausur so lange auch wieder nicht her ist und ich mich der abschreibewilligen Schüler bei uns noch ganz gut ensinnen kann.
Montags ist mein freier Nachmittag, den ich mit Lesen, Wäsche waschen oder mit meiner Gastschwester verbringe. Neuerdings helfe ich Ameyo bei Wasserholen am Fluss und das hat erstmal für großen Aufruhr im Dorf gesorgt, dass Madame Aku plötzlich einen Eimer Wasser auf dem Kopf trägt. Ich muss ihn natürlich im Gegensatz zu Ameyo noch mit einer Hand festhalten, aber wenn er leer ist, kann ich ihn auch schon ohne Festhalten auf meinem Kopf balancien. Abends esse ich mit meinen Gasteltern zusammen und anschließend unterhalte ich mich meistens noch mit meinem Gastpapa oder lerne Ewe. Nach der abendlichen Dusche setze ich mich an meine Unterrichtsvorbereitung. Im Laufe des Abends kommt Ameyo in mein Zimmer zum Hausaufgaben machen, Lesen üben oder einfach, um ein bisschen zu quatschen und rumzutollen. Dreimal wöchentlich gehe ich abends zur Chorprobe und singe im Alt mit. Es ist eine tolle Gelegenheit, andere Dorfbewohner kennenzulernen und meine Ewekenntnisse zu verbessern. An den Wochenenden bin ich meistens in Kpalimé im Internetcafé, beim Ewekurs oder auf dem Markt. Samstag nachmittags gehe ich im Collège Protestant in Kpalimé Volleyball spielen und ab und an kommen meine anderen Gastgeschwister sonntags nach Tomégbé und wir verbringen den Tag zusammen. Mein Alltag ist also zu Genüge ausgefüllt, dennoch habe ich viel Zeit für mich und kann endlich wieder in Ruhe ein Buch lesen, das nicht auf dem Lektüreplan der Oberstufe steht. Langsam merke ich, wie ich eine echte Dörflerin werde: Jedes Mal, wenn ich in Kpalimé unterwegs bin, kommt mir die Stadt unglaublich stressig und anstrengend vor und ich bin froh, in das verschlafene Tomégbé zurückzukehren. Weihnachten rückt nun immer näher und somit auch die anstehenden Weihnachtsferien, die ich in Ghana verbringen werde. Weihnachtsstimmung will hier nicht wirklich aufkommen. Obwohl es nachts immer eisig kalt ist (der Wüstenwind lässt grüßen), hat es tagsüber noch immer 30° und vor meinem Fenster neigt sich eine Kokospalme im Wind. So richtig glauben, dass es schon Dezember ist und Ihr drüben anfangt Eure Fenster mit Lichterketten zu schmücken und durch die Geschäfte zu hetzen, kann ich nicht.

So, das war jetzt mal ein langer Blogeintrag, aber das Wichtigste wie immer zum Schluss:
Ich freue mich über jede Mail aus dem Ländle und anderen Teilen Deutschlands und der Welt, zumal ich vom Weltgeschehen nicht viel mitbekommen habe in den letzten drei Monaten. Meine Tagesnachrichten bekomme ich lediglich von der Obstfrau vor meinem Haus, die mir verraten hat, dass Gadaffi tot ist und Carla Bruni ein Kind bekommen hat. Also, gerne Mails an claudia_chwila@biomail.de

Seid umarmt,
Miadogo-loo (bis bald!)

Eure Akuvi.
(die kleine Aku)

Samstag, 5. November 2011

Va midunu!

Komm, iss! - Lautet die Einladung zum Essen, wenn ein Togoer gerade sein Mittagsmahl vor sich stehen hat. Soweit ich das richtig verstanden habe, handelt es sich eher um eine Floskel, sinngemäß übersetzt Guten Appetit. Aber wehe ich lade meinen Gastbruder oder meinen Motofahrer nicht zum Essen ein, wenn ich mittags von der Schule komme! Dann bekomme ich gleich ein „Tu ne m'invites pas?!“ (Du lädst mich nicht ein?) zu hören. Manchmal wird Ewe auch wörtlich ins Französische übersetzt und aus va midunu wird eben mangeons und aus gbo kaba lo wird reviens vite (komm schnell zurück). Das Problem dabei ist, dass man Ewe manchmal nicht allzu wörtlich nehmen darf. „Komm schnell zurück“ ist eher als „Geh, aber komm wieder“ zu deuten. So entstehen schnell Missverständnisse. Das Heilmittel? Ewe lernen, und zwar schnell (kaba, kaba)! Und wie geht es meinen Ewe-Kenntnissen nach zwei Monaten Togo? Es geht. Die Dorfbewohner zwingen mich zwar, Ewe zu sprechen (was gut ist und mich freut!), aber wenn ich nicht mehr weiter weiß, spreche ich einfach wieder französisch (was schlecht ist, weil ich so kein Ewe lerne). Immerhin habe ich inzwischen die Begrüßungsformeln drauf – das hört nicht auf bei der Frage nach dem Wohlbefinden, nein, man muss auch in Erfahrung bringen, wie die gestrige Arbeit war, wie es den Kindern und den anderen Bewohnern des Hauses geht, wie es in Kpalimé oder in der Schule läuft usw. Erst wenn man fertig gefloskelt hat, fängt man ein Gespräch an.
Worüber sollte es in diesem Blogeintrag gehen? Ach ja, ums Essen!

Essen spielt eine ziemlich wichtige Rolle. Il faut bien manger! Man muss gut essen!
Morgens habe ich wahlweise Weißbrot, Omlette oder Beignés (die Norddeutschen sagen Schmalzkuchen) und dazu Kaffee, Kakao oder Tee. Wobei der Kaffee Instantkaffee ist und der Kakao ein Kakao-Zucker-Milchpulver-Gemisch. Der Tee ist echt, also trinke ich meistens Tee.
Mittags und abends wird warm gegessen. Abgesehen von euch bekannten Gerichten wie Reis, Couscous und Spaghetti stehen nun auch Fufu, Pâte oder Abladzo auf meinem Tisch.
Fufu? Das ist gekochte und gestamptfe Yamswurzel – von der Konsistenz her wie zäher Kartoffelbrei, es schmeckt eigentlich nach nichts und ich liebe es. Fufu erinnert mich ein bisschen an die schlesischen Klöße meiner Mama und genauso wie bei den Klößen ist es auch bei Fufu – die Soße macht's.
Pâte bekomme ich zurzeit nicht mehr vorgesetzt, einfach weil ich es nicht besonders mag. Bestehend aus Maniok, Mais, Hirse oder bunt gemischt schmeckt es ebenso nach nichts und manchmal bisschen säuerlich.
Kochbananen sind ebenfalls klasse. Schmecken wie wenn man eine Kartoffel mit einer Banane kreuzt, dann hat man eine Bartoffel oder die sogenannte Kochbanane. Sie werden frittiert oder gekocht und meistens mit weißen Bohnen serviert.
Zum Nachtisch gibt es Obst aus dem Garten und wenn ich abends keinen großen Hunger habe, bouille (Haferbrei) mit Brot. Das nenne ich meinen Abendkakao, der mich daran erinnert, dass es bei euch in Deutschland immer kälter wird und bald die Zeit des vor dem Fenster Sitzens und warmen Kakao Trinkens anbricht. Dann ziehe ich mir bei 20°C meinen Pulli über, rühre in meiner Bouille und denke an Schnee. Aber ich darf nicht zu nostalgisch werden, sonst werde ich krank! - sagt mein Gastpapa. Überhaupt gibt es hier die großartigsten Begründungen für Krankheitsfälle: Du isst zu wenig, du isst zu viele Süßigkeiten, du denkst zu viel an Deutschland – um nur einige davon zu nennen. Bei mir ist gesundheitlich alles in Ordnung, ich war zwar wegen einer kleinen Infektion einige Tage im Krankenhaus, aber auch das ist schon wieder einen Monat her.
Ich esse weiterhin viel, halte mich gesund und euch auf dem neusten Stand

(Und schon bald gibt es Neues aus der Schule, der Bibliothek und Balanka!)

Bis dahin, seid umarmt,

Aku

P.S. : In nächster Zeit werde ich versuchen, einige Fotos auf Pixxolo.de hochzuladen. Also einfach auf pixxolo.de gehen, unter Usergalerien und dann claudiagehtweltwaerts, Passwort: astovot2011. 
Viel Spaß beim Anschauen!

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Was? Schon wieder Schule?

Tout va bien à Tomégbé. Seit vorletzten Samstag bin ich nun endlich(!) in Agomé Tomégbé. Da es mindestens hundertzwanzigtausend Eindrücke sind, die in meinem Kopf herumschwirren, werde ich wieder versuchen das Wichtigste herauszufiltern.
Und,immerhin - wie sagt man in Togo - „C'est gratuit“!

Zunächst einmal meine Familie. Sie besteht aus Kodzo, meinem (Gast-)Papa, DaAmi, meiner (Gast-)Mama und Ameyo, meiner kleinen (Gast-)Schwester. Sie sind alle sehr fürsorglich, bei DaAmi habe ich immer freie Essenswahl (am liebsten frittierte Kochbananen mit Bohnen), abends wird mit Kodzo über das Schulsystem diskutiert oder eine kleine Ewe-Einheit eingelegt, danach helfe ich Ameyo bei den Hausaufgaben oder übe Lesen mit ihr. Meine beiden Zimmer sind sehr schön, die Wände cremefarben und inzwischen mit jeder Menge Fotos behangen. Sonstiges Mobiliar sind ein großes Bett, ein Schrank, ein Schreibtisch und -stuhl sowie ein Esstisch, noch mehr Stühle und viele Steckdosen! Und sonst? Gibt es nicht viel von meiner Familie zu berichten, da sie bereits so sehr „Alltag“ und einfach „Maman et Papa“ sind, dass mir jede weitere Erklärung vorkommt, als ob ich erklären würde, wie genau ich denn jeden Morgen meine Zähne putze – überflüssig!
Ach, und sonst haben wir für zwei Wochen einen neuen Mitbewohner, Shantiran aus Nepal, der ebenfalls einen Freiwilligendienst macht und momentan Lehmöfen für die Kirche und unsere Küche baut. Da er nur Englisch spricht, darf mein Kopf jeden Tag von Französisch auf Deutsch auf Englisch umschalten, was manchmal dazu führt, dass ich eine Frage auf Englisch mit „est-ce que“ beginnen möchte.

Und die Schule? Das CEG Tomégbé besteht aus fünf Klassen (6ème bis 3ème, also 7.-10.Klasse) à 36-71 Schülern, acht Lehrern, einem Schuldirektor und zwei neuen deutschen Freiwilligen, nämlich Jonas und mir. Nach der ersten Woche gibt es für uns nicht wahnsinnig viel zu tun, es gibt hier drei Mathelehrer und ich gehe in alle Klassen mit rein und helfe, wo ich kann, zB mache ich nun immer die Hausaufgabenbesprechung am Anfang der Stunde und korrigiere Kurzabfragen. Ich hoffe, demnächst die 5ème übernehmen zu können, da diese vom Direktor unterrichtet wird und er viel anderweitig beschäftigt ist, weshalb immer wieder Stunden ausfallen. Gestern hatten wir eine Elternversammlung zusammen mit den Schülern der 3ème und 4ème und es ist doch schön zu sehen, dass es die klassischen Schulprobleme ebenso am Mörike in Stuttgart wie auch im CEG in Tomégbé gibt: Die Schüler kommen zu spät, die Schüler machen ihre Hausaufgaben nicht, die Schüler schreiben schlechte Noten, sie lernen zu wenig und schwänzen Schule. Zu den „klassischen“ Problemen kommt hier noch hinzu, das viele Familien weder Tisch noch Strom haben und die Kinder deutlich mehr in die Hausarbeit eingespannt werden, so dass sie erst spätabends dazu kommen, die Hausaufgaben zu machen.
Daher haben Jonas und ich uns letzte Woche daran gemacht, die Schulbibliothek auf Vordermann zu bringen, die Bücher zu sortieren und zu katalogisieren und den Staub von den Regalen zu wischen. Und verstaubt ist es hier – die Bibliothek wird nur geöffnet, wenn Freiwillige sich darum kümmern; es gibt momentan leider noch keinen Bibliothekar. Sobald wir mit dem Aufräumen und Sortieren fertig sind, möchten wir eine Hausaufgabenbetreuung anbieten, bei der wir den Schülern auch zeigen möchten, wie man sich auf eine Klassenarbeit vorbereiten kann (gut, dass es am Mörike das Fach „Neue Lernformen“ gab, ich weiß bestens Bescheid!). Außerdem sind momentan Briefe von Herr Jörgs Französischklasse unterwegs – die Brieffreundschaft zwischen dem CEG Tomégbé und dem Mörike-Gymnasium Stuttgart kann bald beginnen! Darüber war unser Direktor M. Sewonou besonders erfreut, da laut ihm die Schüler zu wenig schreiben und lesen, und das soll geändert werden.
Ein heikles Thema ist für uns Freiwillige das Schlagen an togolesischen Schulen. Da wurde auf dem Vorbereitungsseminar sensibilisiert, was das Zeug hält und von ehemaligen Freiwilligen erzählt, wie Kinder mit dem Schlagstock verprügelt werden, wenn sie den Unterricht stören oder die Hausaufgaben nicht gemacht haben. Und wie geht man nun mit so einer Situation um? Keine Ahnung, denn unser Direktor ist glücklicherweise Pazifist und spricht sich offen gegen das Schlagen von Schülern aus. Schlagstöcke gibt es bei uns keine (mehr), der Direktor erklärt den Schülern regelmäßig, dass er sie nicht schlagen wird, wenn sie eine falsche Antwort geben und auch die anderen Lehrer verteilen außer einem freundschaftlichen Klaps auf den Rücken und Noten nichts mehr. Regelmäßig gibt es bei uns im Lehrerzimmer Diskussionen, wie man denn die Schüler am besten bestrafen könne und „am besten“ meint natürlich, sie dazu zu bringen, beim nächsten Mal den Unterricht nicht mehr zu stören oder ihre Hausaufgaben zu machen. Strafarbeiten, Trauvaux manuels („zum Hausmeister schicken“) oder ihnen einfach die Eigenverantwortung der Hausaufgaben nahebringen? Die Musterlösung lässt auf sich warten. Auf jeden Fall aber haben Jonas und ich Glück gehabt nicht mit Thema Schlagen konfrontiert zu werden. Denn obwohl es seit 2009 per Gesetz verboten wurde, Schüler mit dem Schlagstock zu schlagen, ist es an den Schulen anderer Freiwilliger in Agou Ga und Kpalimé noch Gang und Gebe. Und auch viele unserer togoischen Freunde sind der Meinung, dass der ein oder andere Schlag den Schüler wieder zur Besinnung bringt und dazu, fleißiger zu sein. Das Thema ist also noch längst nicht vom Tisch und die Idee des Schlagens noch in vielen togolesischen Köpfen präsent.
Wenn ich meine Vor-und Nachmittage nicht gerade in der Schule oder der Bibliothek verbringe, bin ich oft in Kpalimé, lerne bei Moise Djembe (Trommeln), bei Chérita Ewe und treffe mich mit anderen Freiwilligen. Wir gehen abends zusammen weg oder machen Ausflüge. Letztens waren wir bei den Wasserfällen in der Nähe von Tomégbé, nächste Woche steht die Besteigung des höchsten Berges Togos, dem Mt Agou auf dem Programm. Obwohl ich mich in meiner Familie und auch in der Schule gänzlich aufgenommen fühle, tut es doch gut, sich mit anderen Freiwilligen austauschen zu können und gemeinsam Erfolge und Misserfolge zu teilen. Demnächst haben wir auch vor, Selia und Caro in Balanka, einem kleinen muslimischen Dorf ohne Strom im Norden Togos zu besuchen – ich bin gespannt. Und ihr hoffentlich auch!

Bis dahin,
es grüßt und drückt euch,

Eure Aku.

Freitag, 23. September 2011

Ein neuer Name

Nun sind wir schon seit fast drei Wochen hier in Togo und seit fast zwei in Kpalimé. Ich habe mein erstes „Angekommen“-Gefühl, auch wenn ich das restliche Jahr eigentlich im 20min entfernten Tomegbé verbringen werde. Kpalimé ist wirklich wunderschön! Die bergige Landschaft, die Palmen und Bananenstauden, alles ist unendlich grün – willkommen in den Tropen. Hier ist es deutlich feuchter als in Lomé und es regnet jeden zweiten Tag – und auch Regen ist toll hier, denn danach ist die Luft frisch und der Geruch von feuchter Erde steigt einem in die Nase.
Die erste Woche in Kpalimé hatten wir Seminar: Allerletzte Fragen klären, einige kulturelle Eigenheiten beigebracht bekommen – linke Hand: niemals nie, außer auf dem Klo! Wenn deine Gastmama sagt „reviens vite“ heißt das nicht, dass du schnell, sondern, dass du heil und gesund wiederkommen sollst – und letzten Freitag unsere erste richtige Ewe-Stunde bei Chérita.
Nun können wir schon einen kleinen Dialog:

Ndo! Efoa? (Guten Tag, wie geht’s?)
Eh, mefon. Woyade? (Gut, und dir?)
Nye ha mefon. N'ko wode? (Auch gut. Wie heißt du?)
N'ko nye ye nye … . Fika netso? (Ich heiße … . Woher kommst du?)
Metso Togo. (Ich komme aus Togo.)

Außerdem hat jeder von uns einen neuen Namen. In Togo wird man nämlich nach dem Wochentag benannt, an dem er geboren wurde. Da ich an einem Mittwoch geboren wurde, heiße ich Aku. Es wird außerdem nach Geschlecht unterschieden. Jonas, mein Einsatzstellenpartner, der auch am Mittwoch geboren wurde, heißt Koku. Der Ewe-Kurs wird nun wöchentlich fortgeführt und ich hoffe, mich nach dem Jahr wenigstens grundlegend auf Ewe verständigen zu können.
Letzten Mittwoch haben wir mit unserem Workcamp angefangen, das Simon und ich leiten. Leiten heißt: ein paar Energizer machen, die Gruppe motiviert halten und Kwami fragen, was es heute zu tun gibt und das an die Gruppe weiterleiten. Da die Arbeit ziemlich anstrengend ist, arbeiten wir bisher immer nur vormittags. In den letzten Tagen haben wir das Grundstück vor dem Siège begradigt und Gras und Blumen eingepflanzt. Es ist ganz unglaublich, wie schnell man mit einer Gruppe von zwanzig Leuten vorankommt. In der nächsten Woche werden wir an der Straße, die zum Siège führt noch einige Bäume pflanzen. Außerdem werde ich Kwami fragen, ob wir ein Schild an der Hauptstraße anbringen können, das zum Siège führt – die Moto-Fahrer wissen nämlich nie genau, wo der Astovot-Siège ist.
A propos Moto-Fahren: Das Hintendrauf sitzen auf Motorrädern ist hier in Kpalimé und auch in Lomé das gängigste Verkehrsmittel. Grundsätzlich gilt: Innerhalb von Kpalimé mindestens 100 CFA, allerhöchstens aber 200 CFA (umgerechnet also zwischen 0,15 und 0,30€ pro Fahrt). Moto-Fahrer erkennt man meist daran, dass sie keine Tasche dabei haben und, wenn sie „leer“ fahren, meist langsamer sind oder Augenkontakt suchen. Auch kann man „Woleya“ (Du wirst gerufen) oder „sssst“ sagen, um ein Moto-Taxi herbeizurufen. Als Yovo bleibt man ohnehin nicht lange ohne Moto, weil quasi jeder einen mitnehmen möchte.
Wenn wir mal nicht Seminar oder Workcamp haben, gehen wir auf den Markt und kaufen Stoffe oder gönnen uns ein kühles Getränk bei der Saft-Frau neben dem Markt. Ich lasse mir jetzt bei Mimi, der Schneiderin unseres Vertrauens, meine erste Pagne-Hose machen. „Ausflüge“ zum Inder sind mittlerweile ebenfalls beliebt: In dem Laden im Zentrum kann man von Nutella über Generatoren und Radios bis Deo und Shampoo alles kaufen.
Am Wochenende machen wir Exkursionen mit unserem altbekannten gelben Astovot-Bus, zum Beispiel zu wunderschönen Wasserfällen, bei denen man baden konnte. Morgen geht es dann auf den Mont Kloto, von dem aus man eine tollen Blick auf Kpalimé und Tomegbé haben soll.

Noch wohnen wir alle zusammen in Kpalimé, noch reden wir die meiste Zeit über deutsch, noch essen wir jeden zweiten Tag Spaghetti - „Schonkost“ bei Astovot, bevor wir richtig scharfes Essen bekommen. Aber wir alle hier sind sehr gespannt auf unsere Gastfamilien und warten sehnsüchtig darauf, dass die zwei Wochen hier vorbei sind und wir endlich richtig ankommen und aufhören, auf Strohmatten zu schlafen.
Und wenn es soweit ist und ich endlich „daheim“ bin, schreibe ich euch wieder- versprochen!

Eure Aku

Franzi und Jonas beim Wasser holen

Wunderschönes Kpalimé

Der Fanmilk-Eisladen
 

Sonntag, 11. September 2011

Kulturschock, der erste

Sonntag früh stieg ich in eine gut klimatisierte Air-France-Maschine, die mich 6 Stunden später in Lomé, Togo absetzte und rief, ich solle vor Juli nicht wiederkommen.
Am Flughafen angekommen, wurden alle Freiwilligen (insgesamt 7 sci'ler, 8ijgd'ler und eine Belgierin) herzlichst von den Mitarbeitern unserer Partnerorganisation Astovot und der Freiwilligen Judith begrüßt. Unser gesamtes Gepäck wurde auf den berühmten gelben Astovot-Bus geladen und wir zu 17t reingesteckt. Wie das geht? C'est facile: vier Freiwillige in jeder Reihe und in einer Reihe eben fünf. Während mir der Fahrtwind das Gesicht streichelt, beobachte ich die Welt draußen, Lomé, das „weiße Haus“ des Präsidenten, einen Friedhof, eine Moschee, eine Kirche, Menschenansammlungen mit Musik und Motorrädern und Apotheken.
Angekommen freue ich mich: Im Haus, in dem wir untergebracht sind, gibt es Strom und fließend Wasser. Dann, unvorbereitet, der erste Kulturschock: Zum Essen gibt es Spaghetti mit Gemüse! Und zum Nachtisch Orangen! ...Davor aber noch eine Zerreißprobe: Wie macht man die mit Trinkwasser gefüllten Plastiksäckchen (pure water) auf? C'est facile: Eckzähne an die Ecke und rein beißen. Dann – genüsslich trinken und den Chlorgeschmack ignorieren.
In den nächsten Tagen zeigen uns die Astovot'ler Lomé. Wir machen einen Besuch bei der deutschen Botschaft, eine Überfahrt auf dem Lac Togo mit togolesischen Booten (Pirogue), eine Begegnung mit dem Vodooglauben auf einem berühmten Markt – Wir sind ganz Touris in unserer Einheitsmontur, den weiß-blauen Astovot-T-Shirts.
Insgesamt lautet das Stichwort bei Astovot: Travailler ensemble pour une solidarité humaine. - Gemeinsam arbeiten für menschlichen Zusammenhalt. So fühlt man sich hier auch. Sehr wohl und sehr aufgehoben. Astovot ist nicht nur unsere Organisation, sondern unsere Familie. Und ohne die wären wir hier ziemlich aufgeschmissen. Ich lerne und lerne und lerne. Versuche, alles zu behalten. Die wenigen Fetzen ewe, die mir Ashraf beigebracht hat. Versuche, an das Mückenspray zu denken, auch wenn mir die freundlichen Tierchen trotz allem die Knöchel zerstechen. Merke, wie unsere Truppe immer selbstständiger wird, immer sicherer im Umgang mit Händlern oder Kindern, die „Yovo, yovo“ (Weißer) rufen. Vieles erscheint mir noch fremd, aber vieles kommt mir nach einer Woche in Togo schon sehr vertraut vor, weil ich es vielleicht aus Tansania oder von Erzählungen früherer Freiwilliger kenne, vielleicht auch, weil es so fremd auch nicht ist, und weil es in Deutschland genauso Friedhöfe, Kirchen und Apotheken gibt.
Es sind schrecklich viele Eindrücke, die hier auf mich herab prasseln wie tropischer Regen und von denen ich noch gar nicht so genau weiß, welche hier erwähnenswert sind und welche nicht. Aber ich versuche mich darin und hoffe, dass ich Euch die Eindrücke ein bisschen vermitteln kann.

Zum Schluss noch ein wichtiges Anliegen: Ich danke ganz herzlich allen Spenderinnen und Spendern! Insgesamt sind 2900€ an Spenden zusammen gekommen, also 1250€ über dem erforderlichen Betrag! Das Geld geht wie bereits erwähnt in einen Solidaritätsfond von IJGD, und der überschüssige Betrag finanziert andere Freiwillige, die nicht so erfolgreich mit ihrem Förderkreisaufbau waren. Nochmals vielen lieben Dank. Wer sich noch nicht in die Spenderliste eingetragen hat, schreibt mir bitte eine Mail: claudiagehtweltwaerts.blogspot.com

Beste Grüße aus Togo!

Eure Claudia

Lomé

Lac Togo

Der Astovot-Bus

Strand in Lomé

Zerreißprobe!